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Ratgeber · Fenster und Türen

Fensterarten im Überblick: Welche Fenster sind die besten für Ihr Haus?

Die Frage nach dem besten Fenster hat keine allgemeine Antwort – aber eine für Ihr Haus. Rahmenmaterial, Öffnungsart und Glas, so wie wir sie in der Beratung erklären.

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8 Min.
Von
Ading GmbH, Wien
Holz-Alu-Fenster von innen mit Holzoberfläche
Holz-Alu-Fenster von innen mit Holzoberfläche

Wer neue Fenster braucht, landet schnell bei der Materialfrage: Kunststoff ist günstig, Aluminium schlank, Holz-Alu edel – und was ist eigentlich Kunststoff-Alu? Im Internet finden sich zu jedem Material begeisterte Fürsprecher und ebenso entschiedene Gegner. Meist reden beide von unterschiedlichen Häusern.

Wir bauen und montieren alle vier Bauarten in Wien und Umgebung. Deshalb steht hier kein Plädoyer für eines davon, sondern das, was wir am Küchentisch beim Beratungstermin auch sagen: Was jedes Material gut kann, wo es an seine Grenzen kommt und für welches Haus es die richtige Wahl ist.

Worauf es bei der Wahl ankommt

Bevor man Materialien vergleicht, sollte man wissen, wonach man sie vergleicht. Sechs Punkte entscheiden in der Praxis: das Budget, die gewünschte Optik innen und außen, die Größe der Elemente, der Pflegeaufwand, die Lebensdauer und der Dämmwert. Nicht jeder Punkt wiegt für jeden gleich – wer einen Dachgeschoßausbau mit raumhohen Verglasungen plant, bewertet Elementgröße anders als jemand, der die Fenster einer Mietwohnung tauscht.

Beim Dämmwert lohnt ein Hinweis: Er hängt vom gesamten Fenster ab, also von Rahmen und Glas gemeinsam. Alle vier Materialien erreichen heute mit Dreifachverglasung sehr gute Werte. Die Unterschiede zwischen den Materialien sind kleiner, als die Werbung sie macht – die Unterschiede zwischen einem gut und einem schlecht montierten Fenster sind größer.

  • Budget – Anschaffung und Unterhalt über die Jahre
  • Optik – innen und außen, passend zur Fassade
  • Elementgröße – große Verglasungen brauchen steife Rahmen
  • Pflege – von wartungsarm bis regelmäßig streichen
  • Lebensdauer – Jahrzehnte, mit Unterschieden im Detail
  • Dämmwert – Rahmen und Glas zusammen, nicht das Material allein

Rahmenmaterial: Kunststoff

Das Kunststofffenster ist das meistverkaufte Fenster in Österreich, und das aus guten Gründen: Es ist das günstigste in der Anschaffung, dämmt gut, braucht keinen Anstrich und hält Jahrzehnte. Der Rahmen besteht aus PVC-Profilen mit mehreren Luftkammern, innen mit Stahl verstärkt, damit das Profil steif bleibt. Welche Profile wir verbauen, zeigt die Seite zu Aluplast Fenstern.

Seine Grenzen liegen bei der Optik und der Größe. Das Profil ist breiter als bei Aluminium, das Material wirkt weniger wertig, und sehr große Flügel werden schwer und brauchen kräftige Verstärkung. Weiße Rahmen können über viele Jahre nachdunkeln; farbige oder folierte Rahmen in Anthrazit oder Holzoptik sind heute üblich und altern besser, als ihr Ruf sagt. Was das Material an Pflege braucht, steht im Ratgeber zum Reinigen und Pflegen von Kunststofffenstern.

  • Günstigste Anschaffung, gute Dämmung, kein Anstrich
  • Breitere Profile, weniger wertige Optik
  • Große Elemente nur mit kräftiger Stahlverstärkung
  • Farbige und folierte Rahmen als Alternative zu Weiß

Rahmenmaterial: Aluminium

Das Alufenster ist das Fenster für große Glasflächen und schlanke Ansichten. Aluminium ist steif und leicht, deshalb tragen die Profile raumhohe Flügel und breite Fixverglasungen, ohne breit zu werden. Die Oberfläche ist pulverbeschichtet, in praktisch jeder Farbe, und braucht außer gelegentlichem Abwaschen keine Pflege – Aluminium rostet nicht und muss nie gestrichen werden.

Weil Metall Wärme gut leitet, ist ein Alurahmen thermisch getrennt: Zwischen der Innen- und der Außenschale sitzt ein Kunststoffsteg, der den Wärmefluss unterbricht. Moderne Systeme dämmen damit gut, erreichen aber bei gleichem Glas etwas schlechtere Werte als Kunststoff oder Holz-Alu. Der größte Nachteil ist der Preis: Aluminium ist in der Anschaffung das teuerste der vier Materialien.

  • Schlankste Profile, größte Elemente möglich
  • Pulverbeschichtet, jede Farbe, praktisch wartungsfrei
  • Thermisch getrennt, aber Dämmung etwas unter Kunststoff
  • Höchster Anschaffungspreis

Rahmenmaterial: Holz-Alu

Das Holz-Alu-Fenster verbindet zwei Materialien so, dass jedes dort sitzt, wo es am besten ist: Innen ein Holzrahmen, der Wärme, Optik und ein gutes Raumklima bringt, außen eine Aluminiumschale, die Wetter, Sonne und Regen abhält. Der klassische Nachteil des Holzfensters – alle paar Jahre außen streichen – entfällt damit. Innen bleibt Holz Holz: geölt oder lackiert, in der Holzart und Farbe nach Wunsch.

Holz-Alu dämmt sehr gut und ist für große Elemente ähnlich tragfähig wie Aluminium. Der Preis liegt zwischen Kunststoff und Aluminium, oft näher an Aluminium. Wer Holz im Wohnraum sehen will und trotzdem nie wieder streichen möchte, findet hier das passende Fenster.

  • Holz innen, Aluminium außen – wetterfest ohne Anstrich
  • Sehr gute Dämmung, tragfähig für große Elemente
  • Warme Optik und Haptik im Wohnraum
  • Preislich zwischen Kunststoff und Aluminium

Die Mischform: Kunststoff mit Aluschale

Das Kunststoff-Alu-Fenster ist eine Variante des Kunststofffensters: Auf den PVC-Rahmen wird außen eine Aluminiumschale aufgeklipst. Innen sieht und pflegt man ein Kunststofffenster, außen hat man die Optik und die Farbvielfalt von Aluminium – und eine Oberfläche, die Sonne und Wetter besser wegsteckt als foliertes PVC.

Es ist die Lösung für alle, die anthrazitfarbene oder farbige Fenster an einer Südfassade wollen, ohne für ein Vollaluminiumfenster zu zahlen. Die Profile bleiben aber Kunststoffprofile, also breiter als bei Aluminium, und die Grenzen bei der Elementgröße bleiben ebenfalls. Innen ist es ein Kunststofffenster; wer dort Holz möchte, ist bei Holz-Alu richtig. Den direkten Vergleich Kunststoff, Kunststoff-Alu, Holz-Alu oder Alu – mit Preisunterschieden – führen wir auf der Produktseite zum Kunststoff-Alu-Fenster.

Öffnungsart: Dreh-Kipp, Fixverglasung, Schiebetür, Dachfenster

Neben dem Material entscheidet die Öffnungsart, wie ein Fenster im Alltag funktioniert. Das Dreh-Kipp-Fenster ist der Standard in Österreich: Es lässt sich ganz öffnen und zum Lüften kippen, und es ist die Bauart, bei der Reparatur und Wartung am einfachsten sind. Fixverglasungen ohne Flügel sind günstiger und schlanker, bringen aber keine Lüftung – sinnvoll neben einem Dreh-Kipp-Flügel oder als Fensterband.

Für den Übergang auf Terrasse und Balkon übernehmen Hebeschiebetüren die Aufgabe eines Fensters über die ganze Breite. Im Dachgeschoß sind Dachfenster als Schwing- oder Klapp-Schwingfenster eine Bauart für sich, mit eigenem Sonnenschutz und eigenen Regeln beim Einbau. Und bei bodentiefen Fenstern kommt die Absturzsicherung dazu.

  • Dreh-Kipp – Standard, öffnen und kippen, einfach zu warten
  • Fixverglasung – günstig, schlank, ohne Lüftung
  • Hebeschiebetür – raumbreiter Übergang nach draußen
  • Dachfenster – Schwing- oder Klapp-Schwingflügel im Dach

Verglasung: zwei- oder dreifach, Schallschutz, Sicherheit

Das Glas macht den größeren Teil der Fensterfläche aus und damit auch den größeren Teil von Dämmung und Schallschutz. Dreifachverglasung ist heute bei Neubau und Sanierung der Normalfall; Zweifach reicht dort, wo das Fenster wenig Wetter abbekommt oder das Budget knapp ist. An lauten Straßen kommt Schallschutzglas dazu, in Erdgeschoß und bei großen Scheiben Sicherheitsglas. Welche Gläser wir verbauen, steht auf der Seite zum Fensterglas.

Der Vergleich auf einen Blick

So ordnen sich die vier Materialien in den Punkten ein, die in der Beratung am häufigsten gefragt werden:

  • Preis – Kunststoff am günstigsten, dann Kunststoff-Alu, Holz-Alu, Aluminium
  • Schlanke Ansichten und große Elemente – Aluminium, dann Holz-Alu
  • Dämmung – alle vier gut; Kunststoff und Holz-Alu mit leichtem Vorsprung
  • Pflege – Aluminium, Kunststoff-Alu und Kunststoff wartungsarm; Holz-Alu innen wie Möbel behandeln
  • Optik innen – Holz-Alu am wertigsten, Aluminium am reduziertesten
  • Farbe außen – Aluminium, Kunststoff-Alu und Holz-Alu in jeder Farbe; Kunststoff foliert
  • Lebensdauer – bei allen Jahrzehnte, Aluminium und Holz-Alu am längsten

Welches Fenster für welches Haus?

Altbau in Wien: In Gründerzeithäusern gibt die Fassade oft die Fenster vor – Kastenfenster-Optik, Sprossen, Weiß. Kunststoff ist hier wirtschaftlich und in Schutzzonen mit passender Teilung meist zulässig; Holz-Alu passt, wenn innen der Charakter des Hauses erhalten bleiben soll. Neubau und moderne Fassade: Große Glasflächen, Anthrazit, schlanke Rahmen – Aluminium oder Kunststoff-Alu, je nach Elementgröße und Budget.

Dachgeschoß: Bei raumhohen Verglasungen und Schiebeelementen empfehlen wir Aluminium oder Holz-Alu, weil die Elemente groß und schwer werden – was dabei sonst noch zu beachten ist, steht im Ratgeber zu bodentiefen Fenstern. Mietwohnung und Zinshaus: Hier zählt meist der Preis pro Fenster über viele Einheiten, und das Kunststofffenster ist die naheliegende Wahl.

  • Wiener Altbau – Kunststoff oder Holz-Alu, Teilung nach Fassade
  • Neubau, moderne Fassade – Aluminium oder Kunststoff-Alu
  • Dachgeschoß, große Elemente – Aluminium oder Holz-Alu
  • Zinshaus, viele Einheiten – Kunststoff

Die Montage entscheidet mit

Das beste Material nützt nichts, wenn das Fenster schlecht eingebaut ist. Zugluft, Schimmel in der Laibung und Wasser am Fensterbrett entstehen fast immer am Anschluss zwischen Rahmen und Mauer, nicht am Fenster selbst. Eine fachgerechte Fenstermontage mit dichter Fuge innen, Dämmung dazwischen und schlagregendichtem Abschluss außen gehört deshalb zur Entscheidung dazu – unabhängig davon, für welches Material Sie sich entscheiden.

Bestehende Fenster behalten?

Nicht jedes Fenster, das zieht oder schwer schließt, muss ersetzt werden. Oft ist nur der Beschlag verstellt oder eine Dichtung hart geworden – beides lässt sich bei einer Fensterwartung beheben, für einen Bruchteil dessen, was neue Fenster kosten. Auch ein gebrochenes Glas, ein defekter Griff oder ein gerissenes Getriebe sind Fälle für die Fensterreparatur, nicht für den Tausch.

Beschlagene Scheiben sind ebenfalls kein Grund zur Panik: Kondenswasser innen hat meist mit Lüften und Heizen zu tun, nicht mit dem Fenster – warum, erklärt der Ratgeber zu beschlagenen Fenstern. Wirklich reif für den Tausch ist ein Fenster, wenn der Rahmen verzogen oder morsch ist, die Verglasung blind wird oder der Dämmwert eines alten Zweifachglases die Heizkosten spürbar treibt.

Häufige Fragen

  • Die, die zu Haus, Budget und Fassade passen. Kunststoff ist günstig und dämmt gut, Aluminium trägt große Elemente mit schlanken Rahmen, Holz-Alu bringt Holz nach innen ohne Streichen außen, Kunststoff-Alu verbindet Kunststoffpreis mit Alu-Optik. Ein allgemein bestes Material gibt es nicht.

Noch unsicher, welches Material?

Wir kommen zum Aufmaß, sehen uns Fassade und Räume an und empfehlen das Fenster, das zu Ihrem Haus und Ihrem Budget passt.

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