In Wiener Gründerzeithäusern sitzt meist kein einfaches Fenster in der Wand, sondern ein Kastenfenster – auch Kastenstockfenster genannt: zwei hintereinander liegende Fensterebenen mit einem Luftraum dazwischen, gefasst in einen tiefen Holzstock. Diese Bauart ist der Grund, warum ein Fenstertausch im Altbau anders geplant werden muss als im Neubau.
Praktisch gibt es drei Wege. Erstens die Sanierung des vorhandenen Kastenfensters, wenn die Substanz gut ist und die Optik erhalten bleiben soll – dafür ist ein Tischler die richtige Adresse, nicht wir. Zweitens der Vollausbau des Kastenstocks und der Einbau eines neuen Fensters in die Rohöffnung; das bringt die besten Dämmwerte, verändert aber Laibung und Innenansicht spürbar. Drittens der Einbau eines neuen Fensters in den erhaltenen Stock, was schneller und schonender ist, die Glasfläche aber verkleinert.
Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Stocks, von der Schutzzone und davon ab, was Sie mit dem Raum vorhaben. Wir sehen uns das beim Aufmaß an und sagen offen, wenn eine Sanierung dem Tausch vorzuziehen ist.