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Fenster abdichten: Zugluft finden, Dichtung erneuern, Fuge sanieren

Zieht es am Fenster, ist eine von drei Stellen undicht: die Dichtung zwischen Flügel und Rahmen, die Fuge zwischen Rahmen und Wand oder die Verglasung. Jede braucht eine andere Lösung.

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Profilquerschnitt eines Kunststofffensters mit Anschlag- und Mitteldichtung
Abb. 1Profilquerschnitt eines Kunststofffensters mit Anschlag- und Mitteldichtung

Ein undichtes Fenster kostet Heizenergie, macht die Fensterlaibung kalt und lässt an kalten Tagen Kondenswasser entstehen. Bevor abgedichtet wird, muss klar sein, wo die Luft tatsächlich durchkommt – denn eine Silikonnaht am falschen Ort dichtet nichts und lässt sich später nur mühsam entfernen.

Die drei möglichen Stellen: die Flügeldichtung (Gummiprofil im Falz, wird mit den Jahren hart oder rutscht aus der Nut), die Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk (im Altbau oft nur verputzt, bei jüngeren Fenstern mit Bauschaum ohne Dichtband) und die Verglasung (Dichtung zwischen Glas und Rahmen). Dazu kommt der Fall, dass das Fenster dicht wäre, aber der Flügel nicht mehr auf der Dichtung aufliegt – dann ist einstellen die Lösung, nicht abdichten.

Diese Seite erklärt, wie Sie die undichte Stelle finden, was Sie selbst mit Dichtband, Silikon oder Acryl machen können und wann ein Dichtungstausch oder eine Fugensanierung durch uns in Wien die dauerhafte Lösung ist.

Die undichte Stelle finden

Ein Test ohne Werkzeug: Bei geschlossenem Fenster an einem windigen oder kalten Tag mit der Hand oder einer Kerzenflamme langsam den Rahmen entlangfahren – erst innen am Flügelrand, dann am Übergang Rahmen zu Wand, dann am Glasrand. Wo die Flamme flackert oder die Hand Kälte spürt, sitzt das Problem. Der Papiertest ergänzt ihn: Ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen klemmen und den Flügel schließen; lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, fehlt an dieser Stelle der Anpressdruck.

  • Zugluft am Flügelrand, Papiertest ohne Widerstand: Anpressdruck nachstellen – siehe Fenster einstellen
  • Zugluft am Flügelrand, Dichtung hart, rissig, flach gedrückt oder aus der Nut: Flügeldichtung erneuern
  • Zugluft oder kalte Stelle am Übergang Rahmen zu Wand, Risse im Putz: Anschlussfuge abdichten, innen und außen
  • Zugluft direkt am Glasrand, Glasleiste locker: Verglasungsdichtung oder Glasleiste erneuern
  • Kondenswasser zwischen den Scheiben: nicht abdichtbar, das Isolierglas ist undicht und wird getauscht

Flügeldichtung erneuern: die häufigste Lösung

Bei Kunststoff-, Alu- und Holz-Alu-Fenstern sitzt die Dichtung als Gummiprofil (EPDM oder TPE) in einer Nut im Flügel und meist ein zweites Mal im Rahmen. Sie wird über die Jahre hart, verliert ihre Rückstellkraft und schließt nicht mehr ab. Der Tausch ist eine Frage des richtigen Profils: Es gibt hunderte Querschnitte, und nur das zum Fenstersystem passende Profil sitzt in der Nut und dichtet an der richtigen Stelle.

Wir bestimmen das Profil anhand eines Stücks der alten Dichtung oder des Fenstersystems, ziehen die alte Dichtung heraus, reinigen die Nut und setzen die neue Dichtung stoßfrei in einem Stück mit sauberer Ecke ein. Danach wird der Anpressdruck neu eingestellt, weil eine frische Dichtung höher aufträgt als die plattgedrückte alte.

Ein pauschales Klebe-Dichtband aus dem Baumarkt hilft im Altbau am Holzfenster ohne Nut als Übergangslösung. Bei Fenstern mit Dichtungsnut ist es die falsche Wahl: Es stört den Anpressdruck, wo die richtige Dichtung fehlt, und löst sich nach einem Winter.

Fenster innen abdichten: Anschlussfuge und Laibung

Zieht es zwischen Rahmen und Wand, ist die innere Dichtebene undicht – im Altbau war sie nie da, bei jüngeren Fenstern fehlt sie, wenn nur geschäumt wurde. Innen muss die Fuge luftdicht und dampfbremsend sein, damit warme, feuchte Raumluft nicht in die Fuge gelangt und dort kondensiert.

Selbst machen lässt sich das Nachdichten mit einem überstreichbaren Acryl, wenn die Fuge schmal ist und der Putz trägt: Fuge reinigen, Acryl einbringen, glätten, nach dem Trocknen überstreichen. Bei breiteren Fugen oder losem Putz muss die Fuge geöffnet, gedämmt und mit Anschlussfolie oder Dichtband geschlossen werden – das ist die Sanierung, die wir im Zuge eines Termins machen.

Fenster außen abdichten: Schlagregen und Mauerwerk

Außen muss die Fuge Regen abhalten und Feuchte nach außen lassen – schlagregendicht, aber diffusionsoffen. Dafür sind vorkomprimierte Dichtbänder (Kompribänder) oder außen taugliche Anschlussfolien gedacht, abgedeckt durch Putz oder eine Abdeckleiste. Ein Silikon, das nur auf Putz und Rahmen aufgestrichen wird, hält meist zwei bis drei Jahre, dann reißt es an der Kante ab.

Am Fensterbankanschluss ist es am wichtigsten: Läuft Wasser unter die Fensterbank, wandert es in die Fuge und in die Wand. Wenn innen an der unteren Ecke der Laibung Feuchtflecken auftreten, ist fast immer dieser Anschluss die Ursache.

Bodentiefe Fenster und Terrassentüren sind der schwierigste Fall: Hier gibt es keine Fensterbank, sondern einen Anschluss an die Abdichtung von Balkon oder Terrasse. Der untere Rahmen wird mit einer Folie, einer EPDM-Bahn oder Flüssigkunststoff an die Flächenabdichtung angebunden, mit Gefälle vom Rahmen weg. Ein Silikon an dieser Stelle hält keine Saison; wer hier Feuchtigkeit hat, braucht die Anbindung neu, nicht eine weitere Fuge.

Silikon, Acryl, Bauschaum oder Dichtband: was wohin gehört

Die Materialfrage entscheidet, ob eine Abdichtung hält oder nach einem Winter wieder offen ist.

  • Acryl: überstreichbar, für schmale Fugen innen zwischen Rahmen und Putz; nicht für Nassbereiche oder außen
  • Silikon: dauerelastisch, für Anschlüsse an Glas, Fensterbank und im Bad; nicht überstreichbar, außen nur als Ergänzung zu Band oder Folie
  • Vorkomprimiertes Dichtband: außen in die Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk, schlagregendicht und diffusionsoffen
  • Anschlussfolie: innen dampfbremsend, außen diffusionsoffen – die Lösung bei Neueinbau und Fugensanierung
  • Bauschaum: nur zum Dämmen der Fuge, nie als Abdichtung – er ist nicht luftdicht und wird unter UV-Licht brüchig
  • Selbstklebendes Schaumstoff-Dichtband: Notlösung für alte Holzfenster ohne Dichtungsnut, hält eine Heizsaison

Altbau und alte Holzfenster abdichten

Alte Holzfenster und Wiener Kastenfenster haben oft gar keine Dichtung – der Flügel schließt Holz auf Holz. Hier lässt sich eine Dichtung nachrüsten: Eine Nut wird in den Falz gefräst und eine Lippendichtung eingezogen, oder eine aufsteckbare Dichtung wird gesetzt. Das bringt bei Kastenfenstern spürbar mehr, als es kostet, und erhält das Fenster.

Ob es sich lohnt, hängt vom Zustand ab: Sind Rahmen und Flügel gerade und das Holz gesund, ist Nachrüsten sinnvoll. Ist der Flügel verzogen oder das Holz morsch, hilft die Dichtung wenig, und die Frage nach einem neuen Fenster stellt sich ohnehin.

  • Erst finden, dann dichten

    Wir bestimmen die undichte Stelle, bevor Material verarbeitet wird.

  • Passendes Dichtprofil

    Flügeldichtungen werden nach Fenstersystem bestimmt, nicht pauschal ersetzt.

  • Fuge nach Norm

    Anschlussfugen werden innen dampfbremsend, außen diffusionsoffen saniert.

  • In Wien und Umgebung

    Termin für einzelne Fenster oder alle Fenster einer Wohnung.

Häufige Fragen

  • Zuerst die Stelle finden: Kerzen- oder Handtest entlang Flügelrand, Rahmen-Wand-Übergang und Glasrand. Fehlt Anpressdruck, wird der Beschlag eingestellt; ist die Flügeldichtung hart, wird sie gegen das passende Profil getauscht; ist die Fuge zur Wand offen, wird sie innen mit Acryl oder Folie und außen mit Dichtband geschlossen.

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