Fenster · Sonnenschutz · Metallbau
Ading GmbH
Jetzt anrufen+43 667 77 29 001Angebot

Ratgeber · Fenster und Türen

Einbruchschutz für Fenster und Türen: Was wirklich hilft

Die meisten Einbrüche in Wohnungen und Häuser laufen über ein aufgehebeltes Fenster oder eine Terrassentür, nicht über eingeschlagenes Glas. Genau dort lässt sich mit überschaubarem Aufwand am meisten erreichen.

Veröffentlicht
Lesezeit
6 Min.
Von
Ading GmbH, Wien
Wohnungseingangstür mit Mehrfachverriegelung
Wohnungseingangstür mit Mehrfachverriegelung

Einbrecher wollen schnell und leise hinein. Ein Fenster, das sich mit einem Schraubenzieher in wenigen Sekunden aufhebeln lässt, ist deshalb das bevorzugte Ziel, und ein Fenster, das nach einer Minute noch zu ist, wird meist aufgegeben. Einbruchschutz heißt also nicht, das Haus zur Festung zu machen, sondern die Zeit zu verlängern, die ein Einbruch braucht.

Diese Seite erklärt, wo die Schwachstellen liegen, was die Widerstandsklassen bedeuten und was sich an bestehenden Fenstern und Türen nachrüsten lässt. Sie ersetzt keine Beratung durch die Polizei, die in Wien kostenlos angeboten wird, hilft aber, das Gespräch mit Fachbetrieb und Hausverwaltung vorzubereiten.

Wo Einbrecher ansetzen

Erdgeschoß und erster Stock, Hofseite, Terrassentüren, Kellerfenster und alles, was von der Straße aus nicht einsehbar ist: Das sind die Stellen, an denen es am häufigsten passiert. Bei Wohnungen in oberen Stockwerken verschiebt sich das Risiko auf die Wohnungseingangstür.

Das Werkzeug ist meist ein einfacher Schraubenzieher oder ein kleines Brecheisen. Der Flügel wird zwischen Rahmen und Flügel aufgehebelt, bis die einfachen Rollzapfen des Beschlags aus dem Schließblech springen. Glas wird selten eingeschlagen, weil es laut ist. Ein gekipptes Fenster gilt versicherungsrechtlich als offen und ist in der Praxis in Sekunden auf.

  • Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoß und an der Hofseite
  • Gekippte Fenster, auch im ersten Stock über einem Vordach oder Balkon
  • Kellerfenster und Nebeneingänge ohne Sicherung
  • Wohnungseingangstüren mit nur einem Schloss

Widerstandsklassen RC1 bis RC6 verständlich

Fenster und Türen mit geprüftem Einbruchschutz sind in Widerstandsklassen eingeteilt, kurz RC. Die Zahl sagt, wie lange und mit welchem Werkzeug ein Prüfer versucht, das Element zu öffnen. RC1 bietet einen Grundschutz gegen körperliche Gewalt, RC2 hält einem Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug wie Schraubenzieher und Zange stand, RC3 auch einem zweiten Brecheisen. RC4 bis RC6 sind für Gewerbe und besonders gefährdete Objekte gedacht und im Wohnbau kaum sinnvoll.

Für Wohnhäuser und Wohnungen ist RC2 die Klasse, die wir empfehlen und die auch die Polizei üblicherweise nennt. Wichtig: Die Klasse gilt für das geprüfte Element als Ganzes, also Rahmen, Beschlag, Verglasung und Montage zusammen. Ein RC2-Beschlag in einem schlecht befestigten Rahmen ist kein RC2-Fenster.

Bestehende Fenster nachrüsten

Bei den meisten Fenstern der letzten zwanzig Jahre lässt sich der Einbruchschutz deutlich verbessern, ohne das Fenster zu tauschen. Der wirksamste Schritt ist der Beschlag: Statt einfacher Rollzapfen werden Pilzkopfzapfen eingesetzt, die sich beim Schließen hinter dem Schließblech verhaken und das Aufhebeln verhindern. Bei vielen Beschlägen lassen sich die Zapfen und Schließbleche einzeln tauschen, bei älteren wird der ganze Beschlag erneuert.

Dazu kommen abschließbare Fenstergriffe, damit der Beschlag auch bei eingedrücktem Glas nicht von innen bedient werden kann, und bei Bedarf Aufschraubsicherungen an der Griff- und Bandseite. Wer die Verglasung erneuert, kann auf Verbund-Sicherheitsglas gehen, das nach einem Schlag zusammenhält, statt in den Raum zu fallen. Solche Nachrüstungen machen wir im Rahmen der Fensterreparatur auch an Fenstern, die nicht von uns stammen. Einen Überblick, was wir an bestehenden Fenstern alles machen, gibt die Seite zum Fensterservice.

  • Pilzkopfverriegelung statt Rollzapfen, mit passenden Schließblechen
  • Abschließbare Fenstergriffe, auch für Terrassentüren
  • Aufschraubsicherungen an Griff- und Bandseite bei älteren Fenstern
  • Verbund-Sicherheitsglas beim nächsten Glastausch

Neue Fenster: RC2 ab Werk, und der Einbau entscheidet

Wer Fenster tauscht, bekommt RC2 heute als Ausstattungsstufe direkt vom Hersteller: umlaufende Pilzkopfverriegelung, verstärkte Schließbleche, abschließbarer Griff und Sicherheitsglas gehören dann zum Paket. Das gilt für Kunststofffenster ebenso wie für Alufenster und Holz-Alu-Fenster.

Was oft übersehen wird: Der Rahmen muss die Kräfte, die beim Hebeln entstehen, in die Wand ableiten. Ein RC2-Fenster, das nur mit Montageschaum in der Laibung sitzt, hält seine Klasse nicht. Die Befestigung mit Rahmendübeln oder Laschen in den richtigen Abständen ist Teil einer fachgerechten Fenstermontage und bei Sicherheitsfenstern kein Detail, an dem gespart werden darf.

Sonnenschutz als zweite Hürde: die Hochschiebesicherung

Ein geschlossener Rollladen ist eine echte zweite Hürde, wenn er gegen Hochschieben gesichert ist. Bei manuellen Anlagen übernehmen das Hochschiebesicherungen im Panzer oder eine Sperre im Gurt, bei elektrischen Anlagen hält der Motor den Panzer von selbst unten. Ein einfacher Rollladen ohne Sicherung lässt sich dagegen mit der Hand hochschieben und bringt kaum etwas.

Eine Außenjalousie ist kein Einbruchschutz. Die Lamellen sind auf Licht und Hitze ausgelegt, nicht auf Widerstand, und lassen sich mit wenig Kraft auseinanderbiegen. Wer Hitzeschutz und Einbruchschutz will, kombiniert Raffstore mit RC2-Fenstern oder wählt für die Schlafräume den Rollladen. Wie sich die Bauarten unterscheiden, steht im Ratgeber Raffstore, Rollladen oder Jalousie.

Haustür und Wohnungseingangstür

Bei Türen sitzt die Schwachstelle im Schloss und im Zylinder. Eine Mehrfachverriegelung greift an mehreren Punkten über die ganze Höhe in den Rahmen und lässt sich nicht an einer Stelle aufhebeln. Ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung verhindert, dass der Zylinder abgebrochen oder abgezogen wird. Bei Zylindern zählt der Schutz gegen Ziehen, Bohren und Nachsperren, und ein Zylinder, der außen vorsteht, ist eine Einladung.

Für die Wohnung im Mehrparteienhaus ist die Wohnungseingangstür der einzige Zugang und verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie die Haustür eines Einfamilienhauses. Neue Alu-Haustüren und Kunststoff-Haustüren sind in RC2 erhältlich, mit Mehrfachverriegelung und Sicherheitsverglasung ab Werk; bei Hörmann Haustüren aus Stahl und Aluminium gehört die Klasse zum Programm. Auch hier gilt: Die Montage im Mauerwerk ist Teil der Klasse.

  • Mehrfachverriegelung über die ganze Türhöhe
  • Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung, Zylinder nicht vorstehend
  • Bänder gegen Aushebeln gesichert
  • Bei Glasanteilen Verbund-Sicherheitsglas

Garagentor und Nebeneingang

Die Verbindungstür zwischen Garage und Haus ist häufig eine einfache Innentür, und das Garagentor davor wird zum eigentlichen Hauszugang. Moderne Sektionaltore sind mit Aufschiebesicherung ausgestattet, ältere Schwingtore lassen sich oft mit wenig Kraft anheben. Dasselbe gilt für Kellertüren, Nebeneingänge und Hoftore, die von der Straße aus nicht einsehbar sind: Sie brauchen dieselbe Sicherung wie die Haustür.

Dachfenster nicht vergessen

Dachfenster gelten als unerreichbar, sind es über ein Flachdach, einen Anbau oder ein Gerüst aber nicht. Sie werden beim Einbruchschutz meist erst dann bedacht, wenn ohnehin ein Tausch ansteht. Wer sein Dachgeschoß sichern will, achtet beim Dachfenstertausch auf abschließbare Griffe und Verglasung, die nach einem Schlag zusammenhält, und lässt Fenster über zugänglichen Dachflächen nicht gekippt.

Was Sie selbst tun können

Die beste Technik nützt nichts, wenn das Fenster gekippt ist. Beim Verlassen der Wohnung alle Fenster schließen, auch für zehn Minuten, die Haustür absperren statt nur zuziehen und den Schlüssel nie außen verstecken. Bewegungsmelder mit Beleuchtung an Hofseite und Eingang nehmen dem Einbrecher die Deckung, und eine sichtbare Sicherung, etwa ein abschließbarer Griff oder ein Rollladen, lässt viele Täter gar nicht erst anfangen.

  • Fenster nie gekippt lassen, wenn niemand zu Hause ist
  • Haustür absperren, nicht nur zuziehen
  • Beleuchtung mit Bewegungsmelder an Eingang und Hofseite
  • Sichtbare Sicherungen schrecken ab

Häufige Fragen

  • RC2 ist die Widerstandsklasse, in der ein Fenster einem Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug wie Schraubenzieher oder Zange für eine geprüfte Zeit standhält. Für Wohnhäuser und Wohnungen ist sie die übliche Empfehlung. Die Klasse gilt für Rahmen, Beschlag, Glas und Montage zusammen.

Fenster oder Tür sicherer machen?

Wir sehen uns Beschlag, Griff und Befestigung an und sagen Ihnen, was sich nachrüsten lässt und wo ein Tausch mehr bringt.

5,0auf GoogleGoogle-Bewertungen ansehen